Wir haben die Wahl

Viele haben Angst vor der großen Zahl an Fremden, die letztes Jahr in unser Land kamen. Bei manchen verwandelt sich diese Angst in Abneigung und Hass. Und manchmal wächst aus Hass Gewalt.

Andere glauben, ihr Gott verabscheue die Un- und Andersgläubigen. Sie glauben, er wolle den Krieg. Bei manchen entsteht aus diesem Glauben Hass und Gewalt.

Wer aber hasst, sieht nicht mehr den einzelnen Menschen, er sieht nur noch die verhasst Gruppe. Er sieht bedrohliche Ströme, Fluten und Wellen, sieht Feinde, wo in Wahrheit nur Menschen sind.

Wer hasst, vergisst, dass die Fremden und Andersgläubigen Menschen sind wie er oder sie selbst:

Wesen voll Angst und Zweifel,

voll Liebe und Hass,

voll Hoffnung und Träumen,

voll Kraft und Müdigkeit,

und in jedem Augenblick

- sichtbar oder unsichtbar -

Wesen voll Schönheit und Würde.

Wir alle haben die Wahl, wie wir den anderen sehen wollen, als bedrohlichen Feind – oder als Mensch.


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